Rettungsanstalt ElisabethenHeim

Geschichte


Gründung

Am 10.04.1853 wurde der Elisabethenverein gegründet von Frauen aus der Aristokratie und aus dem Beamten- und Kaufmannsstand – analog zu den von Männern gegründeten Vinzenzvereinen. Neben der ambulanten Krankenpflege und der Unterstützung Hilfsbedürftiger war es Ziel der Gründungsfrauen für von Verwahrlosung bedrohte Mädchen kath. Glaubens ein „Rettungshaus“ bereit zu stellen und sie auf einen Haushaltsberuf vorzubereiten. Ab 1854 war dafür ein Haus gefunden, in dem Schwestern aus Niederbronn im Elsaß die Betreuung der Mädchen übernahmen.
Schule

1859 wurde eine einklassige „Anstaltsschule“ mit 34 „Zöglingen“ eingerichtet. Der Umzug in das größere Haus Bohnesmühlgasse 16 erfolgte am 31.10.1867. 1868 traten die Stern-Schwestern ihren Dienst in der „Erziehungsanstalt“ an mit damals 30 Mädchen. Ihre Mütter, meist ledig und als Wasch- und Putzfrauen tagsüber außer Haus, wussten ihre Töchter im Heim gut aufgehoben und versorgt.

Kindergarten und Nähschule

1880 wurden eine „Kinderbewahranstalt“ angegliedert und eine Nähschule eingerichtet. Jetzt konnten 80 Kinder aufgenommen werden. Die Abgängerinnen der Nähschule konnten nun besser an die Haushalte vermittelt werden und konnten auch mit besserer Behandlung und Bezahlung bei ihren Anstellungen rechnen.1913 wurden die ersten Pensionärinnen mit Wohnrecht auf Lebenszeit aufgenommen. Hier bekamen ältere Frauen, Witwen zumeist, Unterkunft und Bedienung, wenn sie ihren Haushalt nicht mehr alleine versehen konnten. 1915 durfte die Kinderbewahranstalt sich Kindergarten nennen.

Neubau und Anbau

1933 bis 1935 wurde der Neubau und Anbau in der Bohnesmühlsackgasse vollzogen und damit einhergehend die Prägung des heutigen Aussehens im typischen Baustil der frühen 30er Jahre. Am 10. Juli 1935 erfolgte die Einweihung des Hauses durch Bischof Matthias Ehrenfried. Mit dem größeren Gebäude sollte auch ein neuer Name verbunden werden, nach langen Diskussionen erhielt unsere Einrichtung den Namen Elisabethenheim, da zum einen der Name „Rettungsanstalt“ als nicht mehr passend erschien und zum anderen das Wort „Heim“ auf das Wort „Heimat“ hinweist und genau dies wollte das Elisabethenheim sein, Heimat für die zu betreuenden Damen und Mädchen.

Kriegs- und Nachkriegszeit

In der Bombennacht am 16. März 1945 wurde das Elisabethenheim durch den waghalsigen Einsatz der Ordensschwestern vor der Zerstörung bewahrt. Es gilt als eines der wenigen unzerstörten Gebäude innerhalb des Stadtrings. In den Nachkriegsmonaten wurden durch die Schwestern des Elisabethenheimes über 40.000 hilfesuchende Menschen versorgt. Zahlreiche Flüchtlinge wurden einquartiert und die Hauskapelle wurde für einige Zeit zur Pfarrkirche erklärt. Der damalige Pfarrer, der spätere Weihbischof Alfons Kempf bewohnte ein kleines Zimmer im Elisabethenheim.
Im Oktober 1945 erfolgte in der Hauskapelle des Elisabethenheimes die Erstgründung der CSU in Bayern. Initiator war der frühere Reichsminister Adam Stegerwald. Das Elisabethenheim ist daher die Geburtsstätte der damals neuheitlichen Partei CSU, deren überkonfessionelle Prägung für die damalige Zeit revolutionär war.

Aufnahme von externen Kindern in die Schule und koedukative Ausweitung

1957 wurden erstmals sog. externe Mädchen aufgenommen in die nun „Heimvolksschule“ genannte Einrichtung. Die Nachfrage war groß, war doch in den Zeiten des Wiederaufbaues einerseits die Mitarbeit der Frauen gefordert, andererseits änderte sich die Rolle der Frau hin zu eigener Berufstätigkeit. So besuchten 1967 bereits 143 Schülerinnen die Volksschule, 1/3 davon Externe. Bis 1972 blieb die private Schule eine reine Mädchenschule, nun wurden auch Jungen aufgenommen. Diese koedukative Ausweitung bereicherte von nun an das gesamte Schulleben.1978 erfolgte die Auflösung der Lehrwerkstätten im Wäsche- und Damenschneiderinnen-Handwerk.

Heute

Seit 2001 wird der Eigenname „ElisabethenHeim“ geführt um bewusst das Logo des Vereins ein „E“ und ein „H“ auch im Schriftzug zu betonen. 2005-2007 wurde das Alten- und Pflegeheim erweitert und saniert. Der Hort des ElisabethenHeimes konnte als eine der ersten Kindertagesstätten in Bayern gemäß der DIN ISO Norm im Jahre 2006 zertifiziert werden. 2007 wurde die erste Kinderkrippengruppe eröffnet. 2009 folgte die Erweiterung um eine Vorschulgruppe und eine weitere Kinderkrippengruppe.
Heute beherbergt das ElisabethenHeim gemäß dem Motto „Alle unter einem Dach“ von der Kinderkrippe, über Kindergarten, Vorschule, Schule, Hort, Internat und Alten- und Pflegeheim verschiedene Generationen und erfüllt seit nunmehr rund 160 Jahren seinen Gründungsauftrag zum Wohle der uns anvertrauten Menschen!